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Hauptversammlung 2009:  HANSA GROUP AG weiter auf Wachstumskurs

Münster, 22. Mai 2009

Konzern konzentriert sich auf die Wasch-, Putz- und Reinigungsmittelindustrie

Rund fünf Monate nach Ablauf des Geschäftsjahres 2008 wurde die Hauptversammlung der HANSA GROUP AG in der Halle Münsterland weniger von den positiven Zahlen des abgelaufenen Geschäftsjahres als vielmehr von der aktuellen Entwicklung geprägt. Erst vor wenigen Wochen hatte das Unternehmen mit Verwaltungssitz in Duisburg den Abschluss der Verhandlungen zur künftigen Nutzung eines Teils des Henkel-Produktionsstandortes in Genthin erfolgreich abgeschlossen. Der Vertrag über die Übernahme von wesentlichen Teilen des Waschmittelwerkes in Genthin mit Wirkung zum 1. November 2009 wurde im April von Henkel und der 100%igen HANSA-Tochter Waschmittelwerk Genthin GmbH unterzeichnet. Entsprechend groß war das Interesse der Aktionäre an der weiteren Entwicklung in Genthin.

HANSA-Vorstand Thomas Pfisterer übernahm in der Halle Münsterland die Aufgabe, die Aktionäre über Vergangenheit und Perspektiven für die Zukunft zu informieren. „Vor rund einem Jahr haben wir darauf hingewiesen, dass wir uns für die nächsten Jahre ehrgeizige Ziele gesetzt haben. Wir freuen uns, dass wir Ihnen einen Geschäftsbericht vorlegen können, der zeigt, dass sich der Konzern auf einem sehr guten Weg befindet, diese Ziele zu erreichen“, so Thomas Pfisterer. Die Gründung der Waschmittelwerk Genthin GmbH als 100%ige Tochtergesellschaft der HANSA GROUP AG bewertete der Vorstand als sichtbaren Beleg der konsequenten Wachstumsstrategie.

In Genthin werden künftig auch Grundstoffe für die Wasch- und Reinigungsmittelproduktion aus den Produktionsstätten Ibbenbüren und Düren eingesetzt. Diese Unternehmensgründung in Sachsen-Anhalt zeige sehr deutlich, wie engagiert die HANSA GROUP AG am Ausbau der Wertschöpfungskette im Konzern arbeite. „Die Waschmittelwerk Genthin GmbH übernimmt eine sehr moderne und flexible Produktions- und Logistikstätte mit ausgezeichneter Infrastruktur und einem hochqualifizierten und motivierten Mitarbeiterstamm“, freute sich Thomas Pfisterer über die Perspektiven in Sachsen-Anhalt.

Der Standort biete für die Herstellung, Mischung und Abfüllung von flüssigen und pulverförmigen chemischen Produkten beste Voraussetzungen für eine Wachstumsstrategie. Gleiches gelte für Produktion und Kontraktfertigung sowie für Lagerung und Logistik.

Das Werk liegt an der Ost-West-Verkehrsachse zwischen Hannover und Berlin und zeichnet sich durch eine zentrale Lage und sehr gute Verkehrsanbindungen aus. Hannover ist ca. 190 km und Berlin ca. 115 km entfernt. Das Werksgelände liegt verkehrsgünstig im nördlichen Industriepark von Genthin direkt am Elbe-Havel-Kanal. Alle wichtigen Verkehrsanbindungen können infolge der zentralen Lage umfassend genutzt werden.

Produktion granulierter Tenside

Das Werk Genthin wurde von Henkel 1921/22 erbaut. Nach dem 2. Weltkrieg 1945 enteignet, wurde der Betrieb im November 1990 nach dem Fall der Mauer wieder erworben. Seitdem wurden ca. 120 Mio. € in den Standort investiert, alle Immobilien und Produktionsanlagen wurden grundlegend erneuert. In Genthin wird zukünftig durch die Produktion granulierter Tenside das bisherige HANSA-Produktportfolio erweitert. Diese granulierten Tenside werden für die Produktion von beispielsweise Spülmaschinentabs, Waschmittel-Perlen oder Toilettensteinen eingesetzt. Thomas Pfisterer machte deutlich, dass der Vorstand sich derzeit noch in Gesprächen über die zusätzliche Nutzung des übernommenen Teils befindet. Konkrete Aussagen dazu könne es daher erst gegen Ende des Jahres geben.

Die Nutzungsmöglichkeiten auf dem Areal werden über Investitionen und Kooperationen mit anderen Firmen ergänzt. Zur Realisierung gibt es eine ganze Reihe von Anreizen, die die HANSA als neuer Eigentümer nutzen wird: Dazu zählen bereits mit Henkel geschlossene, zum Teil langfristige Lohnfertigungs- und Dienstleistungsverträge. Weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Firmen vor Ort durch Kooperationen oder Kontraktfertigung runden das attraktive Paket ab.

Kooperationen und Eigenproduktion

„Auf dem Weg zu profitablem Wachstum zählen für uns auch in Zukunft Maßnahmen wie strategische Kooperationen und Investitionen und insbesondere die Erweiterung der Wertschöpfung durch Eigenproduktion“, skizzierte Pfisterer den weiteren Weg des HANSA-KONZERNS. In den drei Bereichen Produktion, Dienstleistung und Handel stellt der Vorstand in konsequenter Umsetzung der Unternehmensstrategie die sogenannten „Care Chemicals“ und den Ausbau des Dienstleistungsbereiches in den Mittelpunkt der Wachstumsabsichten.

Nach ausführlicher Information über die aktuelle Entwicklung ging der Blick zurück auf das Geschäftsjahr 2008: Der auf zwei Mandatsträger reduzierte Vorstand mit Thomas Pfisterer und Zolfaghar Alambeigi freute sich vor allem darüber, dass der HANSA-KONZERN im abgelaufenen Geschäftsjahr weitgehend unbeeindruckt von den Auswirkungen der Wirtschaftskrise blieb.

„Die HANSA GROUP AG ist mit der Wasch-, Putz- und Reinigungsmittelindustrie in einer Branche zu Hause, die mit Hygiene ein Grundbedürfnis der Menschen bedient und damit relativ unabhängig von konjunkturellen Einflüssen und Lifestyle-Trends ist“, resümierte Thomas Pfisterer. Im Handels- und Exportgeschäft, das nach wie vor einen erheblichen Anteil am Umsatzvolumen habe, spüre das Unternehmen allerdings auch negative Einflüsse der andauernden Rezession.

Das Berichtsjahr war von stark schwankenden Rohstoffpreisen geprägt. Im ersten Drittel des Jahres stiegen die Kosten deutlich an. Nicht nur Rohstoffe auf Basis von Erdöl und Erdölderivaten erreichten ein preisliches Rekordniveau, auch native Rohstoffe waren 2008 außergewöhnlich teuer. Diese Preiserhöhungen konnten durch die weiter gestiegenen Verkaufspreise teilweise kompensiert werden. Zum Jahresende hin verfielen die Rohstoffpreise in einem bisher nicht da gewesenen Maße.

Die hohe Nachfrage sowohl nach chemischen Rohstoffen als auch nach Zwischen- und Fertigprodukten schwächte sich gegen Ende des abgelaufenen Jahres deutlich ab. Dienstleistungen, z.B. im Bereich der Kontraktlogistik und der Kontraktfertigung wurden dagegen verstärkt nachgefragt. Dieser Trend hielt auch zu Beginn des neuen Jahres an.

Tankfarm in Duisburg

Nach der Fertigstellung von sieben Tanks Ende des Geschäftsjahres 2008 gehören nun 35 Tanks zur Tankfarm am Standort Duisburg. Insgesamt wurde das Tanklagervolumen von 19.500 auf 25.000 Kubikmeter erweitert. Die neuen Edelstahltanks sind vollisoliert, beheizbar, mit Umwälzleitungen ausgestattet und können mit Stickstoff überlagert werden. Die Tanks sind derzeit durch Vermietung komplett ausgelastet.

Im Geschäftsjahr 2008 wurde die Integration der Tochtergesellschaft WIBARCO vollzogen. Die chemische Fabrik WIBARCO in Ibbenbüren ist der einzige deutsche Hersteller von LAB (Lineares Alkylbenzol). LAB ist ein Grundstoff zur Herstellung von LAS (Lineares Alkylbenzolsulfonat), welches als waschaktive Substanz wesentlicher Bestandteil moderner Wasch- und Reinigungsmittel ist.

Bei der Herstellung von LAB kann die WIBARCO auf eine langjährige Geschichte zurückblicken. Im Frühjahr dieses Jahres wurde in Ibbenbüren das 40. Jubiläum gefeiert. Kurz vorher, im November 2008, wurde ein wesentlicher Meilenstein erreicht: die Produktion von 1,5 Millionen Tonnen LAB seit der Gründung der Wibarco. Mit dieser Menge wurden rund 15 Millionen Tonnen Waschmittel produziert.

Gesamtumsatz von rund 268 Mio. Euro

Erstmalig wurde die Tochtergesellschaft Chemische Fabrik WIBARCO GmbH im Geschäftsjahr 2008 im Konzernabschluss der HANSA GROUP AG voll für zwölf Monate konsolidiert. „Aus diesem Grund sind die Zahlen des Geschäftsjahres 2007 nicht direkt mit den aktuellen Zahlen des Jahres 2008 vergleichbar“, wies Pfisterer auf die veränderte Situation hin. Im Geschäftsjahr 2008 hat der HANSA KONZERN einen Gesamtumsatz von rund 268 Millionen Euro erzielt. Regional verteilten sich die Umsatzerlöse wie folgt: 69 Millionen Euro wurden innerhalb Deutschlands, 199 Millionen Euro im europäischen und nicht-europäischen Ausland erzielt.

Für das abgelaufene Geschäftsjahr wurde ein Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) von gesamt 9,7 Millionen Euro (2007: 7,8 Mio. Euro) erwirtschaftet.

Der Materialaufwand des HANSA KONZERNS fiel im Berichtsjahr prozentual betrachtet von 85,3 Prozent auf 81,6 Prozent vom Umsatz.

Der Personalaufwand blieb unverändert bei 3,9 Prozent vom Umsatz. Der HANSA KONZERN beschäftigte 2008 durchschnittlich 196 Mitarbeiter (2007: 192) an den Standorten Duisburg, Düren, Ibbenbüren und Berlin.

Die Bilanzsumme des HANSA KONZERNS betrug zum 31.12.2008 konsolidiert 168 Millionen Euro, das Eigenkapital belief sich zum 31.12.2008 auf 46 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote stieg damit von 25,5 auf 27,5 Prozent.

„Aktie unterbewertet“

Nach den guten Zahlen für 2008 und den positiven Perspektiven aus dem Engagement in Genthin ging HANSA-Vorstand Thomas Pfisterer auch auf die Entwicklung des Aktienkurses ein. „Nachdem sich die HANSA-Aktie nach gutem Kursanstieg im Geschäftsjahr 2006 im Jahr 2007 konsolidiert hatte, blieb der Aktie im Geschäftsjahr 2008 nach zunächst vergleichsweise geringen Kursverlusten der allgemeine Börsentrend nicht erspart“, kommentierte Pfisterer. Mit Kursnotierungen um die 1-Euro-Marke herum werde das HANSA-Papier inzwischen konstant auf einem für uns nicht zufriedenstellenden Level notiert. „Die aktuelle Kursnotierung ist ein Beleg dafür, dass die Börse vor allem auch ein emotionales Geschäft ist und die reale Unternehmensentwicklung sich nicht immer in einem adäquaten Börsenkurs niederschlägt. Wir sehen die Aktie derzeit nach wie vor als unterbewertet und setzen darauf, dass der Aktienmarkt die positive Unternehmensentwicklung durch bessere Kursnotierungen honoriert.“

Umsatzprognose

Für die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Konzerns im Jahr 2009 geht der Vorstand unter den derzeitigen Rahmenbedingungen weiterhin von einer stabilen Entwicklung aus. Der Vorstand erwartet für das laufende Jahr preisbedingt einen Umsatzrückgang. Dieser könne zum Teil durch neue und zusätzliche Geschäfte kompensieren werden, so dass der Konzern am Ende des Geschäftsjahres knapp das Niveau des diesjährigen Umsatzes erreichen könne. „In konsequenter Umsetzung unserer Unternehmensstrategie setzen wir weiter auf Fokussierung und Differenzierung. Wir möchten weiter profitables internes und externes Wachstum durch strategische Kooperationen und Investitionen realisieren“, beschrieb Thomas Pfisterer die weiteren Aufgaben. Die erfolgreiche Geschäftsentwicklung basiere auf einer Stärkung der Wertschöpfungskette für die Wasch-, Putz- und Reinigungsmittelindustrie. Hohe Maßstäbe bei der Produktqualität und dem Kundenservice sowie die Erschließung neuer Märkte seien weitere Faktoren, die das künftige Wachstum bestimmen sollen.

Neu im Aufsichtsrat: Dr. Stefan Kissinger

Mit Ablauf der Hauptversammlung gab es noch eine Veränderung im Aufsichtsrat: Michael Kloter legte sein Amt mit Wirkung zum 22.05.2009 nieder. Zu seinem Nachfolger im Aufsichtsrat wurde Dr. Stefan Kissinger von den Aktionären gewählt. Mit Dr. Lutz Mögling und Lothar Venn wurden die beiden weiteren Mitglieder des Aufsichtsrats von den Aktionären wieder gewählt.

Informationen rund um die Hauptversammlung

Einladung zur Hauptversammlung 2009  - pdf - [392,67 kB]
Präsentation des Vorstandes  - pdf - [1,90 MB]